Angespielt: Broforce – Großes Kino für alte Hasen

Angespielt: Broforce – Großes Kino für alte Hasen
Ersteindruck
4.5

Immer wieder versuchen die Helden meiner Jugend heute im Kino erneut Fuß zu fassen. Egal ob Arni, Sly oder Bruce alle hatten ganz klar ihre stärksten Jahre in den 80ern und 90ern mit dem Terminator, Rambo und vielen weiteren Titeln. Heute bekommen wir mit The Last Stand, Shootout oder Die Hard 5 eher dürftige Action-Kost geboten, die einfach nicht die Klasse der alten Teile erreicht. Auch Robocop oder Dredd  gehen mit ihren Neuverfilmungen durchaus eher gespaltene Wege unter den Fans. Meinen Geschmack trafen sie schon und auch die Expendables Serie macht mir Spaß.  Aber trotz der vielen neuen Versuche im Kino zielt der Entwickler Free Lives genau auf diese alten Tage ab, die man mit ihrem Titel Broforce wieder aufleben lassen möchte.

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Broforce ist nach meiner Ansicht Pflicht für jeden, der auf lustige Duelle mit Freunden steht und die Actionfilme der 80er genau wie ich in seiner Kindheit geliebt hat.
Eine ganze Armee an Altstars wird hier als Pixeladaption und mit kleiner Namensänderung in ein Universum gepackt, welches nur aus Action und Sprung-Einlagen besteht. In Broforce bekommt alles ein “Bro” . Egal ob Brobocop, Brommando oder Brade, alle Namen sind natürlich leicht abgewandelt aber eindeutig erkennbar. Neben den schon oben genannten Helden haben wir natürlich auch noch Matrix Charaktere, den Texas Ranger,  MacGuyver oder Men in Black dabei. Das Portfolio ist wirklich riesig und wer in in den 70ern/80ern geboren ist wird all seine Wunschhelden wiederfinden. Ist man allerdings erst Mitte der 90er oder später geboren, kann man eventuell nicht ganz so viel mit den Anspielungen anfangen (sicher gibt es hier auch einige Ausnahmen).

Broforce ist kürzlich auf Steam im Early Access Programm an den Start gegangen und bietet schon jetzt jede Menge Spielmodi und einfach nur pure Action für Einzelspieler, Koop-Fans oder auch PvP Liebhaber. Entweder spielt man die Kampagne durch, in der man schon jetzt einige Level spielen kann. Alternativ baut man selbst Karten mit dem Editor oder spielt die Karten von anderen Tüftlern. Hat man einen Freund zu Besuch versucht man sich vielleicht auch zu zweit an der ein oder anderen Mission. Hat man wiederum davon genug geht es zum PvP über. Da gibt es aktuell den Speed Run und das Deathmatch. Ihr seht, es ist schon in der jetzigen Phase so einiges dabei, das für Spielspaß sorgt – trotz BETA Status.

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Das Spiel sorgt dabei automatisch für die nötige Abwechslung beim Charakter und somit dem Waffenarsenal, da jedes Level mit einem zufällig ausgewählten Helden und nur einem Leben startet. Allerdings sind überall in den Levels vermummte Gefangene in Käfigen zu finden, die man freischießen kann. Berührt man den Vermummten, wird einem automatisch ein zusätzliches Leben und ein anderer Held aus dem Arsenal zugespielt. Und prompt spielt man zum Beispiel als Brobocop weiter, während man vorher Bro Anderson war. Das sorgt auch innerhalb eines Levels für jede Menge Abwechslung, da man sich immer auf die neue Waffe einstellen muss, die teilweise wirklich unterschiedlich sind. Neben den üblichen Nah- und Fernkampfattacken (je nach Charakter auch nur Nahkampf) hat jeder Held auch noch eine Spezialattacke und manchmal ein weiteres Special mit dem Standardangriff. Die Spezialangriffe sind z.B.  bei Machete ein Messerwurfangriff, bei B.A. aus dem A-Team eine Flammengranate, bei Walker ein Airstrike oder bei den Men in Black ein “Blitzdingsbums”. Die Macher haben hier wirklich versucht nah an den Filmen zu bleiben wie z.B. bei Robocop, der erst mit einem Fadenkreuz zielt und dann um Ecken schießen kann. Mr. Anderson kann Schüsse zurücklenken und Conan haut einfach alles vor sich platt, während Blade schnell wie ein Vampir nach vorne huschen kann.

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Die Level in Broforce sind alles andere als stabil. Mit allen Angriffen kann man die in Quadern aufgebaute Welt zerstören und zwar fast komplett. Eine Ausnahme sind z.B. die Respawnpunkte, die aus unzerstörbarem Metall sind. Aber ansonsten hat man wirklich freie Hand und kann sich seinen eigenen Weg durch die Level schlagen. Schön sind vor allem die Pixelexplosionen, wenn ganze “Blöcke” zusammenbrechen, weil man ein paar Fässer oder eine Gasleitung trifft. Der Bildschirm bebt dabei ordentlich und überall fliegen Pixelkleinteile durch die Gegend. Am Ende eines Levels steht immer ein ziemlich hilfloser und dummer Drogenbaron, nach dessen Abschuss sich ein Helikopter nähert, der einen aus dem Zielgebiet fliegt und zum nächsten Einsatz bringt.

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Optisch ist Broforce sicherlich Geschmackssache, da nicht jeder mit diesem Retrocharme etwas anfangen kann. Allerdings ist dieser nach meinem Geschmack hier wirklich gut gelungen und man erkennt seine Kindheitshelden alle locker wieder. Der Sound ist schön wuchtig und unterstützt damit die wüsten Zerstörungsorgien. Ich habe mit der Beta alleine schon 12 Stunden verbracht und kann nur sagen, dass es vor allem mit Freunden auch noch lange Spaß machen wird. Egal ob Koop oder PvP das Spiel sorgt bei allen 25+ für eine gesunde Portion Retro-Charme und jede Menge Spaß in den Duellen.

Broforce ist aktuell für knapp 14€ über Steam zu kaufen. Alternativ kann man noch etwas Geld sparen, wenn man das Humble Widget auf der Free Lives Pre Order Seite benutzt und dort mit $15 ein wenig billiger in der Umrechnung wegkommt. Broforce ist nach meiner Ansicht Pflicht für jeden, der auf lustige Duelle mit Freunden steht und die Actionfilme der 80er genau wie ich in seiner Kindheit geliebt hat. Hier nochmal ein Trailer für den ersten Eindruck: