Angespielt: Crypt of the Necrodancer – Tanzbares aus den Tiefen der Erde

Angespielt: Crypt of the Necrodancer – Tanzbares aus den Tiefen der Erde
Ersteindruck
4

Bei manchen Menschen fragt man sich doch immer mal wieder “Wie kommt man auf so eine Idee?”. Genau diesen Gedanken hatte ich auch bei Crypt of the Necrodancer (allein der Name ist schon herrlich schräg) von Brace Yourself Games. Was hier zusammen gemischt wird ist fast schon mit einem Brötchen belegt mit Fleischwurst und Nutella gleich zu setzen. Sicher gibt es Leute die so etwas schon mal gegessen haben oder – wer weiß – vielleicht gerne essen, aber es ist sicher kein Mainstream.

Für Retro Roguelike Fans und Menschen die offen für anderes sind oder gute Musik lieben eine absolute Empfehlung.
Die Paarung aus Rhythmusspiel und Hardcore Roguelike mit RPG Elementen ist alles andere als gewöhnliche Kost und dennoch ziemlich cool!  Die One Man Army “Ryan Clark” (plus ein paar externe Entwickler)  hat hier ganze Arbeit geleistet, nachdem er sich nach ein paar Jahren als Studiochef zurück in die Indie Developer Szene begeben hat. Dies ist sein erster Titel und gleich ein ziemlich außergewöhnlicher. Sobald man das Spiel startet wird man von (Achtung Geschmäcker sind verschieden) trendiger Dancefloor Musik begrüßt und darf sich im Takt des Beats durch den Dungeon bewegen.

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Wir bewegen unseren kleinen Helden durch zufallsgenerierte und gefüllte Dungeons voller Skelette, Schleimlinge, Zombies, Drachen, Minotauren etc. und haben sogar ein wenig Buddelspaß. Denn in Crypt of the Necrodancer kann man sogar so manche Wand aus dem Weg buddeln. Bewaffnet mit einer Waffe und einer Schaufel machen wir uns auf jede Ecke des jeweiligen Dungeon-Levels auf der Suche nach geheimen Räumen und dem Ausgang zur nächsten Ebene zu erkunden. Dabei wird im Beat durch den Dungeon gehüpft und weiche Wände eingerissen oder Gegner überwältigt. Kommt man aus dem Takt wird der Multiplier wieder zurück gesetzt, was aber nicht so schlimm ist.

Auf dem Weg durch die Höhlen sammeln wir Münzen (halten nur bis zum Tod) und Diamanten (kann man nach dem Tod in der Lobby mit shoppen), mit denen wir unseren Protagonisten für den aktuellen Durchlauf oder aber permanent weiter ausbauen können.  Das heißt mehr Lebensherzchen um länger durchzuhalten oder die Freischaltung von Waffen, Rüstung oder sonstiger Ausrüstung, wodurch wir eine Chance haben diese in einem der Dungeons zu finden, was uns sonst nicht möglich wäre. Weitere dauerhafte Power Ups sind mehr Münzen durch Monstertode oder aber mehr Kisten im Dungeon. Einige Waffen haben sogar mehr als 1 Feld Reichweite und sorgen so für einfachere Kämpfe auf Entfernung. Das hilft natürlich ungemein, denn kommt man mal aus dem Takt verliert man flott ein Herz, wenn man gerade in Monsternähe steht. Profis hüpfen natürlich so lange im Takt herum, bis die Monster in der richtigen Position stehen, um sie so zu töten. Das ist bei den Anfangsmonstern besonders einfach, da sie sich nur alle 2 Beats bewegen und dem Spieler so eine gute Erstschlagchance geben.

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Neben dem großartigen Rhythmus Soundtrack von Danny Baranowsky (ich sage nur Super Meat Boy) haben wir aber auch die Möglichkeit eigene MP3s als Steuerungsvorlage zu nehmen. Wer also lieber Slayer, Meatloaf oder die Wildecker Herzbuben hört, der kann seiner Lust auf beim Spielen frönen. Und als wäre dies noch nicht genug, hat das Spiel sogar eine Tanzmattenschnittstelle. Sollte man so etwas also sein eigen nennen  – ich glaube diese Zahl ist ziemlich begrenzt – macht euch auf den Weg diese aufzubauen und hüpft euch durch die Welt anstatt die Tastatur zu benutzen. Ich würde es zwar gerne mal testen, aber “leider” bin ich kein Tanzmattenbesitzer. Optisch entspricht das Spiel aus der Top-Down Ansicht eher einem Titel aus einer längst vergessenen Zeit, passt aber hier wunderbar. Pixelkunst Fans werden ihre Freude daran haben – Grafik-Fetischisten eher weniger. Am unteren Bildschirmrand gibt uns ein pumpendes Herz den Beat vor, zu dem wir uns durch den Dungeon bewegen. Zur Vereinfachung des Rhythmusgefühls laufen auch noch Balken von links und rechts ins Bild, bis sie das Herz treffen. Wer es so nicht schafft im Beat zu hüpfen, der sollte besser gleich das Spiel wechseln und sich vielleicht mit einem Offline Puzzle beschäftigen. ;-)

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Gelungen ist auch die Lobby des Spiels, die gleichzeitig eine Art Menü darstellt. Hier gibt es mehrere Treppen, die in die unterschiedlichen Zonen führen. Davon gibt es 4 an der Zahl, die allerdings erst freigeschaltet werden müssen. Alternativ steht noch eine tägliche zufallsgenerierte Herausforderung genauso auf dem Programm wie das Tutorial und ein spaßiger 2 Spieler Koop Modus sowie zwei Hardcore Modi und zuletzt Tanzmattenmodus.

Auf Steam Early Access kann man sich das Spiel seit gestern für faire 14,99€ kaufen und so die Weiterentwicklung miterleben. Allerdings ist das Spiel schon so gut ausgearbeitet, dass man es nach meinem Gefühl als fertiges Produkt hätte verkaufen können. Alles wirkt stimmig und die Länge des Spielspaßes ist deutlich höher als in vielen anderen Early Access Titeln. Für Retro Roguelike Fans und Menschen die offen für anderes sind oder gute Musik lieben eine absolute Empfehlung. Mag man alle drei Dinge sollte man es schon längst gekauft haben. In meinen Sessions hatte ich auf jeden Fall einfach nur Spaß und ab und an mal Frust wenn ich doch mal aus dem Rhythmus gekommen bin. Hier noch der Early Access Trailer für euch, um einen ersten bewegten Eindruck zu bekommen:

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