Angespielt: Warmachine: Tactics – Schicke Optik, viel Taktik, kaum Inhalt

Angespielt: Warmachine: Tactics – Schicke Optik, viel Taktik, kaum Inhalt
Ersteindruck
3.5

Als Warmachine Tactics letztes Jahr auf Kickstarter begann, war ich direkt hin und weg. Rundenstrategie mit opulenter Optik und steampunkigen Mechs – das muss doch gut werden. Nun sind einige Monate ins Land gezogen und Privateer Press + Whitemoon Dreams haben den Weg auf Steams Early Access Plattform gewagt und so Spieler das erste Mal ins Gefecht gelassen. Doch ist hier alles Gold was glänzt oder sind wir nur einer opulenten Optik zum Opfer gefallen?

Mit mehr Inhalten wäre Warmachine Tactics auch schon jetzt eine Empfehlung für Rundenstrategen wert. 
Ich kann euch dahingehend direkt mal beruhigen. Warmachine: Tactics ist ein sowohl technisch als auch spielerisch bisher gelungener Titel im Alpha Stadium. Man kann natürlich – auch wenn es andere ab und an irgendwie tun – kein komplettes Spiel erwarten. Doch was dieses Spiel inhaltlich bisher abliefert ist leider ziemlich schwach. Es gibt nur eine einzige Karte die man spielen kann. Diese bietet zwar durchaus seine Stunde Spielspaß, allerdings fehlt der restliche Inhalt noch komplett. Gut, man könnte sagen hier haben sich die Entwickler erst einmal auf das Fundament gestürzt, doch halte ich den Early Access Start für etwas zu früh. Wenn es wenigstens 3, 4 oder 5 Level gegeben hätte, wäre wenigstens mehr als eine Stunde Spielspaß drin gewesen. So kann ich aber nur sagen, dass man durchaus noch die ein oder andere Woche warten sollte, ehe man zuschlägt. Die Tendenzen für gute Rundenstrategiekost sind wirklich ausgezeichnet, nur hat niemand Lust nach einer Stunde das Spiel schon wieder schließen zu müssen, weil es nichts zu tun gibt. Aber nun genug über die Inhalte geredet.. wie funktioniert WT eigentlich?

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Das Spiel weist neben dem Singleplayer auch noch eine Multiplayer und Squad Building Funktion auf, in der man sein eigenes Team zusammenstellen kann. Dabei gibt es 4 Fraktionen aus denen man wählen kann – die Cryx, Protectorate, Khador und Cygnar. Nachdem man sich für eine Fraktion entschieden hat baut man sich ein Squad bestehend aus einem Warcaster (der Held mit teils magischen Fähigkeiten) und diversen Warjacks (dies sind die Mechs) und einigen Warriors (Standardkämpfer) zusammen. Dafür hat man eine bestimmte Anzahl an Punkten und jeder Charakter kostet unterschiedlich viele davon. Auch für die Warjacks gibt es eine “Submenge” die man maximal ausgeben kann. Aktuell ist diese aber noch nicht im Spiel aktiviert. Ein Team darf also momentan auch nur aus Warjacks bestehen. Die Auswahl der Warjacks und Warrior beläuft sich aktuell bei jeder Fraktion auf 4 und die Warcaster sind leider bisher in jeder Fraktion ein Einzelstück. Weitere werden aber folgen.

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Leider kann man seine erstellten Squads nicht im Singleplayer testen. Dort gibt es nur ein vorgefertigtes Team mit 1 Warcaster, 2 Warjacks und ein paar Warrior obendrauf. Diese darf man beim Setup zwar frei hin und her verschieben, allerdings ist die Verschiebefläche auch nicht gerade groß. Dennoch kann man seine Warjacks vor die Warrior stellen oder andere taktische Manöver bei der Aufstellung probieren. Hat man dies hinter sich startet auch schon die erste Runde. Vor jeder Runde darf der Spieler den Focus des Warcasters verteilen. In der aktuell enthaltenen einzigen Mission beläuft sich dieser auf 4 und kann entweder auf die Warjacks verteilt oder von seinem Warcaster selbst benutzt werden. Dieser ist dafür da mehr und heftigere Attacken auszuführen oder diverse Spezialfähigkeiten des Warcasters zu aktivieren. Und so steuert man seine Charaktere schnell verständlich über die Karte. Der erste Rahmen zeigt den Bewegungsradius an, nach dem auch noch eine Angriffsaktion möglich ist. Der äußere Rahmen wiederum lässt den Spieler zwar weiter laufen, muss dafür aber die Angriffsaktion einbüßen. Die Figuren können in Deckung gehen, auf leichte Erhöhungen laufen und so die Umgebung ins Spiel einbeziehen. Anhand von Quadraten werden bei jedem Charakter die Lebenspunkte dargestellt. Sinken diese auf 0 hat man einen Mann weniger auf dem Feld. Neben den üblichen Angriffen der einzelnen Figuren gibt es die erwähnten Focus Angriffe von Warjacks und Warcaster. Dies kann z.b. ein Kopfstoß oder ein Ansturm mit Zurückschleudern sein oder aber auch mal eine taktische Nebelwolke. Die Vielfalt dieser Möglichkeiten wird mit der Zeit sicher noch stark ausgebaut. Wichtig ist im Kampf auch die Ausrichtung der einzelnen Figuren. Von Hinten gibt es keine Block- bzw. Ausweichchance, weswegen man sich immer dem Gegner zuwenden sollte. Versucht man einem neben einem stehenden Gegner wegzulaufen, bekommt dieser noch einen Zusatzschlag geschenkt, der einem meist das Genick bricht. Von daher sollte man solche Aktionen vermeiden.

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Nach dem obigen Konzept schlägt man sich also durch rund 15 Gegner ehe man am Ende einem gegnerischen Warjack und seinem Warcaster gegenüber steht. Diese bedeuten das Ende des Levels, sollte man sie besiegen. Bei meinem ersten Versuch konnte ich es mit Ach und Krach schaffen. Einzig mein Warcaster überlebte am Ende. Sicher ist hier noch so einiges mehr drin, wenn man geschickter taktiert als ich es tue. Aber solange es keine weiteren Level gibt werde ich wohl nicht zurückkehren. Ich hoffe jedoch, dass diese Zeit sehr kurz ist und die Entwickler schnell Inhalte liefern. Denn nur dann wird man die Käufer bei der Stange halten können. Gut gemacht sind auch die 3 Tutorialvideos, die aktuell noch ein spielerisches Tutorial ersetzen. Die Entwickler gehen in den rund 15 Minuten Videomaterial auf alle Dinge ein, die das Spiel aktuell zu bieten hat.

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Geplant ist ein voller Release noch für diesen Monat. Allerdings sehe ich hier ganz ehrlich schwarz. Denn eine komplette Einzelspieler-Kampagne wird man sicher nicht in 2 Wochen auf die Beine stellen. Ich wünsche den Entwicklern lieber noch etwas mehr Entwicklungszeit. Dafür dürfen sie uns gerne mit einem wirklich guten Spiel überraschen. Auf Steam können sich Ungeduldige für ziemlich hohe 47,81€ ins Spiel stürzen. Das macht aber nur Sinn, wenn man gerne 20x die “Kampagne” spielen will oder einen Freund hat mit dem man sich in den MP-Gefechten behaupten möchte. Alle anderen sollten lieber noch ein paar Wochen warten und die Updates verfolgen. Mit mehr Inhalten wäre Warmachine Tactics auch schon jetzt eine Empfehlung für Rundenstrategen wert. Hier noch der letzte Trailer zum Spiel, um euch einen bewegten Eindruck zu vermitteln: