Märchenstunde auf fremden Planeten – RimWorld auf Kickstarter

Märchenstunde auf fremden Planeten – RimWorld auf Kickstarter

Auf den ersten Blick denkt man beim Anblick der RimWorld Screenshots an Prison Architect von Introversion Software. Das Design der Welt und vor allem die Menschen-Sprites sehen teilweise wie eine 1:1 Kopie aus. Doch ist RimWorld nur ein Weltraumgefängnis? Die kurze Antwort: Nein!

RimWorld wird – wie mittlerweile so viele Titel – durch eine One-Man-Show entwickelt. In diesem Fall Tynan Sylvester (Firmenname: Ludeon Studios). Allerdings hat er die Kickstarter-Kampagne zu RimWorld ins Leben gerufen um unter anderem eben genau den Prison Architect Look loszuwerden. Durch die Finanzspritze möchte Tynan einen oder mehrere Grafiker einstellen, die RimWorld eine ganz eigene Note geben. von daher sollte man sich nicht zu sehr auf die niedlichen PA-Charaktere versteifen – es wird anders!

Blame my lack of art skill – especially with characters. I made the character art you see in the trailer as a stopgap, and borrowed the Prison Architect style because I’m not a good enough artist to develop a new one. They were never intended to be final. With this Kickstarter, we’ll be able to get a real artist who can sit down and develop an original style for RimWorld.”Tynan Sylvester - Kickstarter FAQ

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Der Titel ist eine komplexe Mischung aus FTL, Dwarf Fortress, Dune und der Storyteller-KI aus Left 4 Dead, sowie den Geschichten in Die Sims. Das Ganze verpackt als eine Kolonialisierungssimulation auf einem fremden Planeten in Anlehnung an die großartige Firefly Serie. Man beginnt mit gerade einmal 3 beruflich und sozial zufälligen Überlebenden nach einer Reise mit dem Raumschiff durch das All mit dem Absturz auf einem fremden Planeten. Mit dieser “Manpower” fängt man an sich eine kleine Basis aufzubauen und für den Anbau von Essen und Trinken zu sorgen. Mit fortschreitender Entwicklung der Kolonie kann man diese auch verschönern und so die Zufriedenheit der Kolonisten steigern. Steht man erst einmal auf eigenen Füßen, kommen auch andere Raumschiffe vorbei, mit denen man Handel betreiben kann. Allerdings kann es auch passieren, dass Aliens oder Weltraumpiraten die Basis angreifen und man sich verteidigen muss bzw. Geiseln nimmt und diese auf seine Seite zieht. Außerdem ist man auf keinem Malediven-Planeten und sollte sich somit vor Stürmen und Feuersbrünsten in Acht nehmen.

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Ihr seht, da oben in großer Entfernung wird es wild und anstrengend. Doch damit das Ganze nicht aus den Fugen läuft programmiert Tynan eine ganz besondere künstliche Intelligenz – den Story Generator. Dieser ist quasi ein Author, der sich den aktuellen Gegebenheiten der Basis anpasst und somit die Geschichte mit passenden Ereignissen vorantreibt. So werden einem Anfangs z.B. ein paar Piraten geschickt, die sich leicht gefangen und umdrehen lassen. Dadurch bekommt die Kolonie mehr Einwohner und somit weitere Arbeitskraft. Wird es einmal zu voll könnte ein Feuer ausbrechen und versuchen die Kolonie etwas zu minimieren etc. Das Ganze soll sehr dynamisch sein und nicht durch simple Logiken funktionieren.

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Besonders interessant ist, dass man eben jene KI-Erzähler auswählen kann. So gibt es verschiedene Algorithmen die einem ein friedliches Spiel oder ein verrücktes oder besonders schweres Spiel aufs Auge drücken. Der Wiederspielwert sollte dadurch stark in die Höhe getrieben werden – eine wirklich gute Idee! Zudem wird der Wiederspielwert auch durch die zufällige Generierung der Charaktere und NPCs in die Höhe getrieben. Es gibt verschiedene Werte bei jedem Charakter, die ihn einzigartig machen. Den Arbeiter, den Denker, den Tüftler usw. Hat man einen Geschichtsprofessor als Startscharakter, so kann es sein, dass er die harte Arbeit am Basenbau nicht mitmacht und streikt. Oder der Handwerker zu ungeschickt beim Versuch des Umdrehens von NPCs ist. Durch diese Vielfalt kommt weitere Spieltiefe hinzu.

Das Spiel hat auf Kickstarter nach 20.000 kanadische Dollar gebeten und nun, nach 4 Tagen, schon die 3-fache Menge erreicht. Aktuell sind schon 60.857 Dollar durch 2.135 Backer gesammelt worden. Und die Tendenz schreit förmlich danach, den 6-stelligen Bereich locker zu knacken. Durch das Geld wird wie oben erwähnt nicht nur die Grafik aufpoliert, sondern auch ein eigener Soundtrack und thematisch passende Geräusche geschaffen. RimWorld soll sich ingesamt nicht nur durch die Idee, sondern auch durch Grafik und Sound in eine ganz eigene Richtung entwickeln.

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Für für Kickstarter-Verhältnisse nicht gerade niedrige $20 bekommt ihr das Spiel. Allerdings ist darin auch schon wie bei Prison Architect und vielen anderen der Alpha Zugang sicher. Dieser ist aktuell für Januar geplant. Steam Keys bei grünem Licht ist natürlich ebenso inklusive. Für $30 bekommt ihr sogar direkt nach Kampagnenende Zugriff auf die Pre-Alpha und einige Prototypen für andere Spielideen von ihm. Mit $40 kann man sich im Spiel in der NPC-Datenbank mit einem Namen verewigen. Somit könnte man sich auch hier begegnen. Mit $75 darf man sich sogar seinen eigenen Lebenslauf schreiben und die Werte des Charakters im Rahmen der Möglichkeiten selbst bestimmen. Spender mit größerem Budget dürfen zum Designer werden und Waffen, Tiere, Pflanzen oder eigene Mini-Stories für den KI-Author kreieren.

Für mich sieht RimWorld äußerst vielversprechend aus. Vor allem gefällt mir, dass Tynan das Spiel nicht durch Stretch-Goals aufbläst und sich auf das wesentliche konzentriert, was sowieso geplant war. Hier sein Zitat: “If we get past the goal (which seems likely), the extra money will contribute to getting richer art and audio support for RimWorld.” -Top!

Für fleißige Unterstützer bietet es sich natürlich auch hier an, die Stimme auf Greenlight abzugeben. Tynan würde es sicher freuen.