Nachhaltigkeit in Computerspielen? – Imagine Earth – Planetary Colonization

Nachhaltigkeit in Computerspielen? – Imagine Earth – Planetary Colonization

Es scheint eine europäische oder sogar deutsche Woche zu werden. Am 2. Tag der Woche das 2. deutsche und 3. europäische Projekt, das ich euch vorstelle. Heute geht es um das auf Indiegogo nach Finanzierung suchende Projekt Imagine Earth – Planetary Colonization, ein Titel der 2012 den Intel Level Up Award als beste Simulation einheimsen konnte.  Dank dieser Auszeichnung brauchen die Jungs aus Braunschweig auch nicht den aufwändigen Weg über Steam Greenlight gehen und können stattdessen direkt über das Early Access Programm durchstarten. Schon jetzt gibt es eine neue öffentliche Demo auf Steam, die einem zeitlich beschränkt das Spielprinzip näher bringt.

Imagine Earth ist ein Mix aus Aufbausimulation und Puzzle-/Strategiespiel. Auf fernen Planeten müssen Kolonien gegründet und anschließend erfolgreich ausgebaut werden. Dabei gilt es immer eine gesunde Mischung aus Fortschritt/Wachstum und Nachhaltigkeit einzuhalten. Bäume abholzen führt schnell zu schlechten Umweltwerten, bringt aber das teilweise dringend benötigte Geld für den Ausbau ein. Als Koloniemanager ist man von der Grundsteinlegung mit einer Drohne bis zum Ausbau von Kraftwerken, Wohngebieten und Farmen verantwortlich. Dabei sind die Ressourcen begrenzt und die Umweltverschmutzung wird aufgrund von Kraftwerken und Fabriken schnell ein großer Faktor. Daher ist die Forschung ein weiterer wichtiger Punkt, durch den man eventuell bessere und gesündere Kraftwerke erforschen kann und so die Verschmutzung gering hält. Auf der einen Seite wollen die Firmen, die deine All-Ausflüge finanzieren nur ihr schnelles Geld und auf der anderen Seite sind hilflose Siedler, die gerne lange leben würden. Welchen Weg man einschlägt ist einem selbst überlassen.

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Im Spielverlauf sollen 6 Planeten erobert werden, die sich natürlich nicht nur in der Größe unterscheiden werden. Auf denen wird man mit insgesamt über 30 Gebäudetypen und mehr als 60 Updates seine Kolonien ausbauen. Allerdings ist man im Spielverlauf auch immer mal wieder diversen Katastrophen wie Chemieunfälle oder Waldbrände und Tornados ausgesetzt – je nachdem wie gut Sie mit der jeweiligen Welt umgehen. Auch das Schmelzen der Polkappen spielt eine wesentliche Rolle, da diese für einen erhöhten Meeresspiegel sorgen können.

Schon die Demo spielt sich recht entspannt und dank 5 verschiedener Geschwindigkeiten kann man das Spiel jederzeit seiner Spielweise anpassen. Man könnte das Spiel auch als Simulation für Gelegenheitsspieler bezeichnen, da der Titel kaum Hektik aufkommen lässt und auch keine schnellen Kämpfe etc. erfordert. Dennoch hat der Titel schon in der Demo einigen Tiefgang zu bieten. Fabriken sollten z.B. nicht neben Farmen liegen, da sie die Produktion vermindern. Dazu gibt es unterschiedliche Untergründe wie Wiesen, Ackerland, Berge etc. Je nachdem was Sie wo bauen gibt es gewisse Boni, die nicht zu verachten sind. Geschicktes Agieren ist also durchaus förderlich! Etwas nervig finde ich das zu Beginn eines jeden Planeten einzusammelnde Geld, das einem von der Firma zur Verfügung gestellt wird. Dies hätte man auch direkt auf das Konto buchen können ohne diese unnötigen Mausklicks inkl. kleinem Suchspiel nach Geldern.

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Optisch ist die 3-dimensionale Weltkugel aus der Ferne hübsch anzusehen, doch wenn man nah heran zoomt, werden vor allem die Bodentexturen ziemlich schwammig. Die Gebäude haben einen Cel Shading Look der nach meinem Geschmack nicht zur restlichen Welt passt. Gelungen finde ich vor allem den volumetrischen Nebel, der den Planeten umgibt. Die Entwickler planen aber schon eine Option diesen Modus an- und abschalten zu können, sowie die Texturschärfe zu erhöhen. Man merkt, dass die Entwickler für alle Anregungen offen sind und gerne gute Ansätze integrieren. Die begleitenden Comic-Figuren, die sich immer wieder zu Wort melden und Hinweise geben sind sicherlich Geschmackssache und verpassen dem an und für sich ja eher ernsten Thema der Nachhaltigkeit einen für meinen Geschmack zu flapsigen Look. Die Musikuntermalung ging soweit in Ordnung, genau wie die Geräuschkulisse. Gelungen ist auch die Steuerung, an die ich mich zwar erst gewöhnen musste, welche aber anschließend schnell von der Hand ging.

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Auf Indiegogo bitten die Entwickler um die Unterstützung der Community. Es sollen nach Möglichkeit 10.000 US Dollar zusammen kommen. Wenige Stunden nach Kampagnenstart liegt man bei knapp 3% der Finanzierung  – es ist also noch Luft nach oben. Aufgrund der flexiblen Kampagne gibt es kein fixes Ziel. Selbst wenn nur $5.000 zusammen kommen erhalten die Entwickler das Geld und es gibt keine Rückerstattung. Da die Jungs den Titel allerdings sowieso nach dem Ende der Kampagne als Early Access auf Steam starten wollen ist die Fertigstellung des Titels wohl gewiss. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen, dass dieses Projekt mittendrin scheitern könnte. Für $15 kann man sich eine Kopie des Titels sichern, während einem $20 zusätzlich den eigenen Namen in den Credits verschaffen und man mit $25 Zugang zu den Alpha- & Betaversionen bekommt. Außergewöhnlich ist das $30 Level, da es hier zusätzlich 5 Schriftarten gibt, die eigentlich $50 auf Schrift-Kaufseiten kosten würden. Mit $35 gibt es noch die Möglichkeit einen beliebigen Namen in den Stadtnamengenerator zu werfen. Hat man $45 darf man sich in den  Start-Leaderboards verewigen und bei $55 ist einem ein Platz in den Top3 gewiss.Große Unterstützer können für $300 sogar einen Kontinent oder eine Insel im Spiel benennen, während man für $600 einen Platz in der Story bekommt.

Imagine Earth scheint eine entspannende Puzzle-Simulation zu werden, die aber nicht den Fehler macht zu wenig Tiefgang zu bieten. Wie sich der Titel später nach mehreren absolvierten Planeten spielt und ob sich hier möglicherweise zu viele Wiederholungen beim Aufbau ergeben bleibt abzuwarten. Unterstützenswert ist der Titel nach der Demo für Simulationsfans auf jeden Fall. Ein Civilization sollte aber niemand erwarten! Hier nun der IG-Pitch:

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