Test: A Story About My Uncle – Kurz, hübsch und zum Ende knackig

Test: A Story About My Uncle – Kurz, hübsch und zum Ende knackig
Spielspaß
4
Umfang
3
Grafik
4
Sound
3.5
Wertung
3.63

Wir alle kennen den Grappling Hook. Dieser ist ein Gerät, das nicht erst seit Bioshock Infinite berühmt ist. Viele Titel haben sich das Spielelement schon mal integriert, aber keiner hat es bisher zum größten Element eines Spiels werden lassen. A Story About My Uncle geht genau diesen Weg. Ein gewaltloses Spiel das eine nicht gerade atemberaubende aber dennoch liebevolle Geschichte erzählt und währenddessen den Protagonisten durch Höhlen und schwebende Welten schickt. Taugt das was?

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A Story About My Uncle ist ein kurzer, sich schnell spielender, hübscher Puzzle-Platformer, der wenig Puzzle und viel Platforming bietet.
Die Coffee Stain Studios/Gone North Games haben sich zuletzt an einem etwas anderen Titel versucht – dem Goat Simulator. Dieser war vor allem finanziell und in den sozialen Medien äußerst erfolgreich. Überall Videos des verrückten Geißbocks wie er alles zerstört. Doch mit dem neuen Titel geht man es etwas ruhiger an. A Story About My Uncle erzählt die Geschichte eines Vaters, der seiner Tochter davon berichtet wie er sich aufgemacht hat seinen Onkel Fred zu finden und was ihm dabei alles passiert ist. Dieser ist zu den Sternen gereist und hat dort eine riesige Höhlenwelt mit rätselhaften Energiekristallen entdeckt. Bei einem Besuch in seinem Haus stoßen wir auf einen Anzug mit besonderen Fähigkeiten und machen uns auf die Reise. Durch 5 unterschiedliche Gebiete reisend entdeckt man eine Froschmenschen-Rasse, findet eine Reisebegleiterin und am Ende seinen Onkel – ich denke das war von vorne herein klar.

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Das Spiel ist ein Puzzle Platformer der schnell und simpel seine Mechanik erklärt und der über lange Strecken das selbe Gameplay bietet – nämlich von Insel zu Insel hüpfen. Der erwähnte Anzug besitzt dabei mehrere Funktionen. Zuerst kann man ihn mit der rechten Taste aufladen und so besonder hoch springen. Sprintet man bei geladener rechter Maustaste vorwärts, macht man einen weitern Sprung nach vorne. Ein paar Plattformen weiter – das Spiel fackelt nicht lange – bekommen wir die Möglichkeit mit der linken Maustaste einen Strahl abzuschießen, der uns an das anvisierte Objekt heranzieht. Mit fortschreitendem Spielverlauf bekommen wir die Möglichkeit bis zu 3 Aufladungen davon zu benutzen ehe wir wieder landen müssen. Hat man wieder festen Boden unter den Füßen, ist der Anzug automatisch wieder aufgeladen und wir können erneut “Grappeln”. Gegen Ende des Spiels gibt es dann noch Kristalle, mit denen wir die Aufladungen im Flug wieder voll laden können und so theoretisch endlos weiter schwingen können – genug Kristalle vorausgesetzt. Dazu kommt noch der Raketenschuh, der recht spät im Spiel Einzug erhält. Mit diesen können wir im Schwung/Flug noch einen manchmal benötigten Extrasatz nach vorne oder oben machen – je nachdem wohin wir gerade zielen.

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Das war es dann aber auch schon mit den Möglichkeiten in “ASAMU”, wie den Entwickler das Spiel kurz nennen. Die seichte, aber nette Geschichte mit den guten Sprechern sorgt für eine ordentliche Verpackung, die aber mit keinerlei Überraschungen aufwartet. Hier wird das hübsch geschriebene Script einfach runtergespielt ohne mal für ein wenig Abwechslung zu sorgen. Gelungen ist dabei das gewaltfreie Gameplay, welches wirklich zu gefallen weiß. Von Vorteil ist dabei auch die kurze Spielzeit von ca. 2 Stunden. Je nach Spielertyp kann man es sicher auch in 1,5h oder 3h schaffen. In der Welt sind 25 kleine Seismographen versteckt, die unser Onkel platziert hat. Diese kann man sammeln und so weitere Features für das Spiel freischalten – sind aber keine Pflicht. Die Suche danach ist sicher nicht immer einfach, treibt aber die Spielzeit in die Höhe.

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Genauso ergeht es den teils nicht gerade einfachen Passagen im letzten Level, der Eishöhle. Hier hat man nach 4 fast gleich schweren Leveln den Schwierigkeitsgrad einfach mal um das gefühlte 3-fache angehoben. Warum man dies nicht seicht über den Verlauf der Gebiete gemacht hat ist mir dabei schleierhaft. So fühlt man sich lange Zeit unterfordert, bis man dann auf einmal teilweise mit langen Try & Error Passagen  ein wenig Frust schieben könnte. Geübte Spieler werden diese Passagen aber auch nach ein paar Versuchen meistern, während der Casual Spieler vielleicht wirklich mal zwischendurch hinwirft und eine Pause einlegt. Die Speicherpunkte sind aber fast immer fair gewählt, so dass das Ableben nicht zu allzu viel Frust führt. Auch die Ladezeiten sind quasi nicht vorhanden genau wie langwierige Wiedereinstiege durch Todesanimationen. Beim Sturz in die Tiefe blendet der Bildschirm in einer Sekunde aus und im nächsten Augenblick stehen wir schon wieder am letzten Speicherpunkt. Hier hat man wirklich gute Arbeit geleistet.

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Optisch ist der Titel durchaus gelungen und weiß mit seiner hübschen Ausleuchtung de Höhlen zu gefallen. An gewissen Stellen kann man sogar Kristalle zum Leuchten bringen und die Höhlen noch schicker in Licht und Schatten tauchen. Leider findet das Spielelement nur für rund 5 Minuten Anwendung und wird danach komplett außer Acht gelassen. Die Animationen der Froschmenschen sind leider etwas hakelig und die Gesichtsanimationen sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Dafür kommt die Stimmung gut rüber und die musikalische Untermalung ist angenehm unauffällig. Die wenigen Soundeffekte sind gut gewählt und die englischen  Sprecher sind wie oben erwähnt sehr gut.

A Story About My Uncle ist ein kurzer, sich schnell spielender, hübscher Puzzle-Platformer, der wenig Puzzle und viel Platforming bietet. Die einzigen Rätsel bestehen darin, manchmal die nächste Plattform zu finden. Das Gameplay ist geradlinig, die Geschichte nett und die Aufmachung ordentlich. Die kurze Spielzeit sorgt zudem dafür, dass das Gameplay auf Dauer nicht zu monoton wird, denn das würde es mit längerer Spielzeit sicherlich. So ist das Spiel ein durchaus gelungener Vertreter seines Genres, den man gespielt haben darf. Für 12,99€ gibt es das Spiel über Steam zu kaufen. Alternativ kauft man das Spiel über das Humble Widget auf der Homepage und zahlt so den gleichen Preis in Dollar (aktuell etwa 9-10€).

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