Test: Eidolon – Auf der Suche nach dem…?

Test: Eidolon – Auf der Suche nach dem…?
Spielspaß
3.5
Umfang
4
Grafik
2
Sound
4
Wertung
3.38

Spiele die etwas anders sein wollen oder auch ab und an mal sind werden zum Glück häufiger. So auch Eidolon, das angelehnt an Proteus und Dear Esther den Spieler eine Welt ganz alleine erkunden lässt! Mit einem Fernglas, Kompass oder auch Pfeil und Bogen bewaffnet (wenn man sie denn nach langer Suche mal gefunden hat) rennt man durch die Wälder und Ebenen der Suche nach dem Ungewissen. Man weiß eigentlich gar nicht so recht wonach man suchen soll. Hier und da stehen verschiedene  Bäume und ab und an auch mal verlassene Strommasten herum. Sogar eine verweste Achterbahn oder auch Bauruinen kann man finden. Angelehnt ist diese von Hand geschmiedete Welt an Washington in einer Zeit, in der die Natur wieder die Herrschaft übernommen hat. Das Ganze wird einem durch einen richtigen Tag-und-Nacht Zyklus sowie einem dynamischen Wettersystem versüßt.

Für eine gute Portion Entspannung am Feierabend ist Eidolon für Enthusiasten dieser Art von Spiel durchaus gelungen.
In der Welt befindet sich ein ganzer Haufen an Dokumenten, die eine kleine Geschichte erzählen. Dies sind von unterschiedlichsten Personen aus ganz unterschiedlichen Zeiten und dennoch auf irgendeine Art und Weise verbunden. Was ist hier passiert fragt man sich von Anfang an und versucht es dank dieser gelungenen Stücke an Zeitgeschichte zu rekonstruieren. Eine Geschichte ist also schon vorhanden, wenn gleich sie auch auf eine etwas andere Weise erzählt wird als mit schicken Zwischensequenzen.

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Auf der Suche nach diesen Stücken an Zeitgeschichte (Zeitungen, Bücher, Briefe etc.) wird man von mysteriösen Geräuschen und dezenter aber gut integrierter Musik begleitet, die absolut stimmig in die Spielwelt eingepasst ist. Schon Proteus machte trotz absolut minimalistischer Grafik einiges richtig und war für eine gewisse Zielgruppe interessant. Eidolon “verbessert” diese Optik – wenn auch nur leicht – und nimmt den Spieler dabei aber etwas mehr an die Hand als Proteus. Der Titel ist eine ganze Ecke interaktiver, wenn gleich er auch kein Interaktivitätswunder ist. Es gibt aber dank Pfeilen, einer Angel und einem Kompass sowie Fernglas deutlich mehr zu tun. Man kann Pilze sammeln oder Nahrung angeln. Der Spieler besitzt hier sogar ein kleines Inventar mit Hilfe dessen man auch Essen kann. Aber auch Gefahren lauern im Dickicht. Flora und Fauna sind einem nicht immer freundlich gewidmet. Zuviel Kälte kann uns das Leben kosten und ein Rudel Wölfe oder ein Bär ist einem auch nicht gleich der beste Freund. Hält man sich damit aber zurück, so gibt es auch so manch Gemütliches zu tun. Einfach mal eine Runde Angeln ist ebenso möglich anstatt nur zu jagen.

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Wer auf Exploration Titel steht und dabei auch mal eine für so manchen Gamer absolut hässliche Grafik in Kauf nehmen kann, der ist bei Eidolon sicher nicht an der falschen Stelle. Auch dieser Titel ist in gewisser Weise etwas Besonderes. Es ist kein The Forest und auch kein DayZ, aber dennoch versprüht das Spiel einen ganz eigenen Überlebenswillen und man will sich die – wenn auch minimalistische – Spielwelt mit allen Facetten und Gebieten einfach mal ansehen. Dazu wird einem noch ein wenig zu Grübeln mit auf den Weg gegeben, wenn man sich die gesammelten Werke an Briefen durchliest, die sich über Jahrhunderte erstrecken.

Eidolon ist sicher keine eierlegende Wollmilchsau und wird seine Hasser haben, aber wenn man auch nur ein wenig Interesse an Spielen wie Dear Esther oder Proteus hat, dann kann man auch ganz locker mal einen Blick auf Eidolon riskieren. Natürlich macht der Titel nicht alles richtig, so kann man ihm z.B. – wenn man will – vorwerfen, dass er den Spieler nicht genug an die Hand nimmt. Verlorene Seelen könnten das Spiel daher schnell in die Ecke stellen, wenn sie nicht flott ein wenig Überlebenswerkzeug finden. Dennoch ist die Gesamtkomposition gelungen.

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Für 15€ kann man im Steam Store zuschlagen  und sich für Minuten, Stunden oder Tage in die Flora und Fauna stürzen und dabei unbeschwert in eine fremde futuristische, apokalyptische Welt eintauchen. Die gefährlichen Passagen sind eher selten im Spiel. Für eine gute Portion Entspannung am Feierabend ist Eidolon für Enthusiasten dieser Art von Spiel durchaus gelungen. Ich jedenfalls brauche keine großen Shooter mehr und nehme mir neben den Action Portionen ab und an lieber mal so ein Spiel vor als den 20.000sten Schuss in CoD abzugeben. Aber wie gesagt ist das eindeutig Geschmackssache. Sparfüchse können sich übrigens auch dank Humble Widget das Spiel für $15 kaufen und somit rund 3€ sparen. Zum Abschluss noch der Release Trailer: