Test: Third Eye Crime – Wärst du doch “mobil” geblieben

Test: Third Eye Crime – Wärst du doch “mobil” geblieben
Spielspaß
2
Umfang
3
Grafik
2
Sound
3.5
Wertung
2.63

Immer wieder kommen vielversprechende Titel auch von mobilen Plattformen auf den PC. Doch fast jedes Mal erwische ich mich dabei, dass mir die Titel am PC keinen Spaß mehr machen. Die Erwartungen sind automatisch höher als bei Handyspielen und führen daher häufig zur Enttäuschung. Leider ist auch Third Eye Crime von Moonshot Games keine Ausnahme in diesem Bereich, aber fangen wir einfach mal vorne an.

Alles in allem ist Third Eye Crime ein weiterer “Mobile Titel”, der die Portierung lieber hätte bleiben lassen.
Third Eye Crime ist ein Stealth Puzzler im Film Noir Stil, der zuerst auf iOS und Android erschien und nun auf den PC portiert wurde. Das Spiel, das mir eigentlich ein wenig Monaco-Feeling bescheren sollte, kommt leider deutlich schwächer daher als erwartet. So dürfen wir uns durch maximal 1 Bildschirm große Level arbeiten und dabei den besten Weg ausfindig machen. Gezeichnet wird ein Pfad mit der Maus bei gedrückter Maustaste und schon rennt der Protagonist hinter der Linie her. Wie für Stealth Spiele üblich rennen natürlich überall Wachen herum, die wir zwar oftmals auf uns aufmerksam machen müssen da kein Weg an ihnen vorbeiführt, aber sonst sollten wir den Kollegen lieber nicht zu nah kommen. Rote Bereiche zeigen im Spiel an, wo die Wachen nach uns suchen, falls sie uns mal aus den Augen verloren haben. Anhand dieser Mechanik müssen wir neue Routen planen, um sicher die Gemälde, Diamanten und Co, die in den Räumen herumliegen einzusammeln, bevor es zum Ausgang geht.

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Für jedes Level gibt es dabei 3 Herausforderungen wie z.B. die Zeit, nur 1x von einer Wache gesehen werden oder  nur mit 1x Malen ein Level absolvieren. Diese 1-3 Sterne Mechanik hat mittlerweile so ziemlich jeder mobile Titel, ist für den PC aber meiner Meinung nach immer noch nicht wirklich toll. Dann lieber richtige Achievements (Erfolge) die einen auch insgesamt fordern. Da wir die Wachen nicht mal a la Monaco K.O. schlagen können, wird die Puzzlelei schnell langweilig und monoton. Immer wieder die selben Mechanismen ohne wirkliche Spannung.

Natürlich wird auch eine Story erzählt, aber diese ist eher schmückendes Beiwerk als wirklich spannend. Als telephatischer Vorhersager Rothko sind wir ein ganz toller Verbrecher der einfach cleverer ist als die anderen *gähn*. Auch wenn die Geschichte vielleicht noch ein bisschen nett daherkommt, so hat man in den Leveln überhaupt keinen Bezug dazu. Man muss immer ein paar Level spielen ehe die Story mal wieder vorangetrieben wird. Dass hier wirklich Bungie Mitarbeiter dran saßen ist eher traurig. Sicher – für einen Mobile Titel ist Third Eye Crime in Ordnung, aber am PC macht der Titel ziemlich wenig Spaß. Ständig läuft man nur vor langsamen oder schnellen Gegnern davon und versteckt sich hinter der nächsten Kurve – das ist leider schon das ganze Gameplay. Immer wieder rennen wir vom Anfang des Levels zum Ausgang – eventuell mit ein paar Schlenkern. Dazu kommen die üblichen Mobile Menüs, die einem am PC aber alles andere als Erleichterung bringen.

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Gelungen ist dagegen der jazzige Soundtrack des Spiels. Diese Film Noir Untermalung sorgt zumindest für die passende Atmosphäre, die das Gameplay leider nicht erschaffen kann. 120 Level ist dabei eher eine Drohung als eine Freude, auch wenn es insgesamt 8 unterschiedliche Umgebungen im Spiel gibt die allerdings allesamt sehr ähnlich sind und sich nur in der Farbe unterscheiden. Somit ist Abwechslung bei der Grafik zwar teilweise vorhanden und wirklich hässlich ist sie auch nicht, aber Schönheit kann man ihr auch nicht zusprechen. Ein wenig weiß sie an Sin City zu erinnern, das allerdings um Längen vor diesem Titel liegt, egal ob Story, Musik, Optik oder dem im Film natürlich nicht vorhandenen Gameplay. Alles in allem ist Third Eye Crime ein weiterer “Mobile Titel”, der die Portierung lieber hätte bleiben lassen. Steht jemand auf Mobile Portierungen, so kann er sich für immerhin faire 4,99€ auf Steam ein paar Stunden Puzzle Action holen. Allen anderen empfehle ich aber nach wie vor lieber einen Blick auf Monaco – ein nach wie vor großartiges Spiel genau wie Gunpoint!